AvP-Insolvenzantrag – Brief von Kammer und BAV an den Regierenden Bürgermeister und die Gesundheitssenatorin

September 28, 2020

Viele AvP-Kunden sind über Nacht mit einem massiven Liquiditätsproblem konfrontiert. Woher kann Hilfe kommen? Ideen stehen im Raum, aber noch kaum umsetzbare Modelle. Dabei läuft die Zeit gegen die Apotheken. Naheliegend ist, den pharmazeutischen Großhandel, die anderen Rechenzentren und die Banken an einen Tisch zu bringen. Doch auch in der Marktwirtschaft wird, wenn Existenzkrisen drohen, staatliche Hilfe gesucht. Die Apothekerkammer und der Berliner Apotheker-Verein haben sich dazu an den Regierenden Bürgermeister Müller und an Gesundheitssenatorin Kalayci gewandt und um Prüfung der Möglichkeit von Landesbürgschaften gebeten.

Kammer und BAV haben der Politik die Situation dargelegt, in die AvP-Kunden unverschuldet geraten sind. In Berlin sollen rund 80 Apotheken über AvP abgerechnet haben. Wie stark die einzelnen Apotheken betroffen sind, hängt insbesondere von deren finanzieller Basis, der betriebswirtschaftlichen Situation, der Rezeptstruktur – Stichwort Hochpreiser – und der Höhe der ausgefallenen Zahlungen ab. Dringend gelöst werden muss das aktuelle Liquiditätsproblem, denn vom AvP-Insolvenzverwalter kann so schnell keine Zahlung erwartet werden. Die Forderungen der Apotheken stehen quasi „im Feuer“ und drohen jedenfalls zum Teil zu verbrennen. Jedenfalls werden sie nicht kurzfristig zur Verfügung stehen.

Schnelle Liquiditätshilfe ist daher für den Fortbestand der Betriebe dringend erforderlich. Grundsätzlich gibt es dazu auch die Möglichkeit von Landesbürgschaften, zu denen die Anträge in jedem Einzelfall geprüft werden. Dazu sind Geschäftsunterlagen einzureichen und es muss eine positive Prognose für das Fortbestehen des Unternehmens geben.

Wir sind auf die Antwort des Regierenden Bürgermeisters und der Gesundheitssenatorin gespannt und werden Sie darüber informieren.

Wo haben Sie persönlich weiteren Handlungs- und Informationsbedarf?

Die Kammer ist interessiert von Ihnen zu erfahren, wie Sie als Betroffene die Lage einschätzen. Wenn Sie uns dazu etwas mitteilen möchten, können Sie eine E-Mail an recht@akberlin.de schicken.

Bitte beachten Sie: Die Kammer kann keine Auskünfte zu dem laufenden Insolvenzverfahren machen oder eine individuelle Rechtsberatung anbieten! Nutzen Sie dazu die Informationen in den Branchenmedien sowie über Ihren Apothekerverein oder Ihre Apothekenkooperation.

AK Berlin, 28.09.2020