Kammer stellt Studierenden die Vielfalt der Pharmazie vor
Dezember 17, 2020Pharmaziestudium – und dann? Für Apothekerinnen und Apotheker gibt es eine Vielzahl an beruflichen Optionen. In einer Online-Veranstaltung am 9. Dezember 2020 stellte die Apothekerkammer interessierten Studierenden der höheren Semester verschiedene Berufsfelder für das Praktische Jahr und den Berufseinstieg vor. Knapp 100 Teilnehmende erhielten einen Einblick in die Bereiche Pharmakovigilanz, öffentliche Apotheke, öffentlicher Dienst sowie Promotion und Forschung.
Thorben Kurzbach, Vorsitzender der Fachschaft Pharmazie Berlin, zieht das Resümee: „Vielen Dank nochmal für die tolle Kammervorstellung, die ihr organisiert habt. Und vor allem auch ein Danke an eure Referenten. Mit zwischenzeitig knapp 100 Teilnehmern kann man auf jeden Fall von einer erfolgreichen Veranstaltung sprechen. […]“
Auch wenn der gesellige Austausch im Nachgang der Veranstaltung dieses Jahr nicht realisiert werden konnte, konnten die Studierenden durch die Anekdoten der Referierenden dennoch einen sehr persönlichen Einblick in die möglichen Einsatzgebiete von Apothekerinnen und Apothekern gewinnen.
Mitglieder der Delegiertenversammlung präsentierten vier Berufsfelder
Durch den Abend führte Vorstandsmitglied Maximilian Buch; die Vorstellung der Berufsfelder übernahmen Mitglieder der Delegiertenversammlung. Zunächst gab Ofra Loewenthal einen Kompaktüberblick über die Aufgaben und Beteiligten der nationalen und internationalen Pharmakovigilanzsysteme. Sie machte sehr klar deutlich, dass alle Apothekerinnen und Apotheker eine wesentliche Rolle für die Arzneimittelsicherheit und AMTS spielen – egal ob in der Industrie, im Krankenhaus, in der Apotheke oder in Institutionen wie z. B. BfArM oder AMK.
Ein interaktives Format hatten Anke Rüdinger und Joachim Stolle vorbereitet, die das Tätigkeitsfeld öffentliche Apotheke vorstellten. Nach der Einstiegsfrage „Öffentliche Apotheke – ein Traum-Arbeitsplatz?“ gingen sie im Dialog auf die Themen „Apotheke – gestern und heute“, „Welche Fertigkeiten und Fähigkeiten brauche ich?“, „Wie finde ich die richtige Ausbildungsapotheke?“, „Weiterbildung und Spezialisierung“ und „Vorteile und Schattenseiten“ ein. Ihr Ausblick und Fazit war, dass in der Apotheke der Zukunft Dienstleistungen wie Medikationsmanagement und Impfen zum Standard gehören werden, die Prozesse digitalisiert sein werden, der Kontakt zum Patienten aber niemals komplett digitalisierbar ist – und die öffentliche Apotheke definitiv ein Traumarbeitsplatz ist.
Dr. Klaus Kreuschner fasste anschaulich zusammen, was sich hinter „öffentlicher Dienst“ alles verbirgt und wo überall Apotheker tätig sind. Das Spektrum reicht von Landesbehörden, die für die Überwachung zuständig sind, über Ministerien und Bundesoberbehörden wie BfArM oder PEI hin zu internationalen Organisationen wie der WHO. Pharmazeutischer Sachverstand sei in all diesen Bereichen zunehmend gefragt, so Kreuschner.
Last but not least stellte Friederike Bach verschiedene Optionen vor, sich in der Forschung weiterzuentwickeln. Hier gebe es einerseits die Möglichkeit einer klassischen Universitätslaufbahn von Diplom/Master über Promotion und Post-Doc bis hin zur Habilitation. Andererseits finde Forschung natürlich auch in vielen außeruniversitären Bereichen, wie z. B. dem Fraunhofer Institut, statt. Zum Abschluss verband Maximilian Buch seinen herzlichen Dank an alle Beteiligten mit der Empfehlung, sich im Vorfeld schon mal zu überlegen, welche Bereiche im Frage kommen könnten, und das Praktische Jahr entsprechend zu nutzen, um in diesen Feldern Erfahrungen zu sammeln.
AK Berlin, 17.12.2020