Apothekenprotest am 19.10.2022
Oktober 14, 2022Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz soll am 20. Oktober in zweiter und dritter Lesung im Bundestag beschlossen werden. Als reines Spargesetz enthält es u.a. Maßnahmen, die gerade die Apotheken als Leistungserbringer besonders hart treffen. Ihnen werden mit diesem Gesetz nicht nur die mühsam verdienten erarbeiteten Honorare aus den zusätzlich erbrachten Corona-Sonderleistungen nun mit einem Schlag wieder weggenommen (Verlässliche Politik und Wertschätzung von Leistung sehen anders aus!), sondern die Betriebe verlieren damit auch die dringend benötigte finanzielle „Manövriermasse“, um die massiv steigenden Energiepreise und alle weiteren inflationären Kostenanpassungen kompensieren zu können.
Wie sollen die Apotheken unter diesem Druck ihren vielen zusätzlichen Aufgaben weiterhin uneingeschränkt nachkommen können? Wie sollen sie die weiter massiv ansteigenden Lieferengpässe kompensieren, die nicht weniger, sondern immer mehr Personalaufwand und damit Kosten erzeugen? Wie sollen sie in Deutschland nicht mehr vorrätige Antibiotika aus dem Ausland beschaffen oder Fiebersäfte herstellen, die für Deutschland nicht mehr in ausreichenden Mengen produziert werden? Wie und warum sollen sie wichtige neue Aufgaben zusätzlich übernehmen, wenn ihnen anschließend der Verdienst wieder weggenommen wird? Apotheken brauchen politische Verlässlichkeit, denn:
Wer bei den Apotheken spart, spart definitiv am falschen Ende und gefährdet die Arzneimittelversorgung!
Verständlich und wichtig, dass wir auf diese Gefahren aufmerksam machen wollen, denn eine verantwortungsvolle Gesundheitspolitik kann und darf nicht wollen, dass Patient:innen schlechter versorgt werden, wenn die Leistungserbringer:innen zum Sparen an Leistungen gezwungen werden!
Bundesweit werden daher Apotheken am nächsten Mittwochnachmittag aktiv auf diese Missstände aufmerksam machen. In vier Bundesländern „streiken“ die Apotheken, werden also ihre Betriebe schließen. In Berlin erlaubt die Allgemeinverfügung des LAGeSo vom 13.03.2020 eine Schließung ohne Änderungsanzeige montags bis freitags in der Zeit von 12.00 bis 15.00 Uhr. Aber auch ohne Schließung können wir in den geöffneten Apotheken mit geeigneten Maßnahmen sehr sinnvoll und öffentlichkeitswirksam an dem Protesttag teilnehmen und dabei die Bevölkerung und die Politik über die drohenden Gefahren durch das Spargesetz informieren. Wenn wir es schaffen, am 19. Oktober durch kreative Protestaktionen von den Apotheken bundesweit Aufmerksamkeit für die Problematik zu erzeugen, haben wir sehr viel gewonnen für die anstehenden weiteren Diskussionen um neue Strukturgesetze. Dann können diese auch neue Chancen für die Leistungserbringer:innen und damit für eine bessere Gesundheitsversorgung enthalten!
Beteiligen Sie sich daher am nächsten Mittwochnachmittag an einem Apotheken-Protesttag, um Bevölkerung und Politik aufzuklären und sich damit für eine gute, sichere und zukunftsfähige Arzneimittelversorgung einzusetzen! Machen wir den 19. Oktober zu einem wirklichen Tag der Apotheken und damit zu einem Tag für die Patient:innensicherheit!
Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihr Engagement und wünsche uns allen viele gute und einsichtige Gespräche mit Kundinnen und Kunden, Patientinnen und Patienten und vor allem auch dem einen oder anderen Politiker. Schicken Sie uns gerne auch Fotos und Feedback von Ihrer Aktion an praesidentin@akberlin.de.
Herzliche Grüße
Ihre
Kerstin Kemmritz
Präsidentin
Apotheken: Weil wir wirklich unverzichtbar sind.