Vorsicht Fälschung: Handlungsempfehlungen zum Erstellen digitaler Impfzertifikate
Dezember 10, 2021Nach wie vor kommt es vermehrt zur Vorlage gefälschter Impfpässe in Apotheken. Die Apothekerkammer Berlin rät daher erneut davon ab, im Notdienst digitale Impfzertifikate zu erstellen. Als weitere Sicherheitsmaßnahme empfiehlt die Kammer, Impfzertifikate generell erst für den nächsten Tag auszugeben. Denn Fälscher:innen werden „ihren teuren Impfpass“ nur ungern aus der Hand geben.
Wie bereits in Kammer aktuell 100/2021 vom 26.11.2021 berichtet, gibt es in einigen Berliner Bezirken eine rege Nachfrage nach digitalen Impfzertifikaten im Notdienst. Die Kammer weist nochmals darauf hin, keine Impfzertifikate zu Zeiten zu erstellen, in denen Fälscher:innen die Situation ausnutzen, dass die Apotheke keine Möglichkeit hat, die vorgelegten Impfpässe zu überprüfen, weil nachts und an Wochenenden weder die angegebenen Ärzte noch die Impfzentren oder andere Stellen erreichbar sind.
Handlungsempfehlung: Next Day.
Da das Geschäft mit gefälschten Impfdokumentationen weiter auf Hochtouren läuft, rät die Kammer dringend, bei Anhaltspunkten für eine Fälschung der vorgelegten Impf- bzw. Genesenendokumente kein digitales Impfzertifikat auszustellen. Das entspricht auch der Intention von § 22 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Infektionsschutzgesetz, der ausdrücklich die Vermeidung der Ausstellung eines unrichtigen COVID-19-Impfzertifikats zum Ziel hat. Denn Personen, die sich mit gefälschten Impfzertifikaten Zugang zu Geschäften, Restaurants und Freizeiteinrichtungen verschaffen, sind eine große Gefahr für andere.
Bei Anhaltspunkten für eine Fälschung sollte die betreffende Person an den Arzt oder die Ärztin verwiesen werden, der oder die die Impfung vorgenommen hat. Denn den Arztpraxen sind die geimpften Personen ja bekannt und dokumentiert, sodass ein Fälschungsrisiko ausgeschlossen ist.
Die Apothekerkammer Berlin empfiehlt allen Apotheken einen Prozess zu etablieren, bei dem die Ausgabe der Impfzertifikate grundsätzlich erst am nächsten Tag erfolgt. Denn Fälscher:innen werden „ihren teuren Impfpass“ nur ungern aus der Hand geben. Neben der Vermeidung von Fälschungen ermöglicht dies eine bessere Strukturierung des Apothekenbetriebs und reduziert Störungen. So kann sich die Apotheke wieder auf ihre eigentliche Aufgabe fokussieren, die Arzneimittelversorgung. Denn bei allem „Run“ auf die Impfzertifikate gibt es hier keine „Notfälle“.
AK Berlin, 10.12.2021