ABDA ruft den 27. September zum „Tag der Antworten“ aus

September 7, 2023

Zum Auftakt des Deutschen Apothekertages am 27. September soll Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach live per Videoschaltung sechs Fragen beantworten. Wie die ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening auf einer Pressekonferenz am 6. September mitteilt, geht es inhaltlich um Fragen zur Zukunft und Sicherung der Arzneimittelversorgung in Deutschland. Gleichzeitig ruft sie Apotheken dazu auf, an diesem Tag zeitlich begrenzt zu schließen, um geschlossen den Antworten des Ministers zuhören zu können.

Damit Apothekerinnen und Apotheker sowie deren Teams die Rede der ABDA-Präsidentin sowie die Antworten des Bundesgesundheitsministers im Internet live verfolgen können, ruft die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am 27. September erneut zu Apothekenschließungen auf. Wie bereits am 14. Juni sollen die Notdienstapotheken während der Protestaktion die Versorgung aufrechterhalten.

Damit wolle die ABDA auf die andauernde Weigerung des Bundesgesundheitsministers nach einem Gesprächstermin reagieren und diesen an das Versprechen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung erinnern, das flächendeckende Netz der niedrigschwelligen Versorgung durch eine Stärkung der Apotheken vor Ort zu stabilisieren, heißt es in einer ABDA-Pressemitteilung.

Die Protestaktion ist Teil der Eskalationsstrategie und die Weiterführung der sogenannten „Postkartenaktion“ der ABDA, in deren Zuge unzählige positive Stimmen aus der Bevölkerung die Standesvertretung erreicht haben.

Folgende Fragen, die sich teilweise am 10-Punkte-Foderungskatalog der ABDA orientieren, soll Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nach dem Willen der ABDA live beantworten.

1.            Warum weigern Sie sich, die Honorierung der Apotheken nach mittlerweile elf Jahren Stillstand an die wirtschaftliche Gesamtentwicklung anzupassen, obwohl sich die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag die Stärkung der Apotheken vor Ort zum Ziel gesetzt haben?

2.            Wie will die Bundesregierung sicherstellen, dass in Zukunft wichtige wirtschaftliche Faktoren, wie etwa die Inflation oder der Verbraucherpreisindex, in der Höhe des Apothekenhonorars regelmäßig berücksichtigt werden?

3.            Wie und wann wird die Bundesregierung die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Versicherte Anspruch auf ein interprofessionelles Medikationsmanagement, wie im Modellprojekt ARMIN demonstriert, bekommen?

4.            Wie will die Bundesregierung die Apotheken vor Ort dabei unterstützen, die flächendeckende Arzneimittelversorgung – auch in ländlichen Regionen – in Zukunft sicherzustellen?

5.            Wie will die Bundesregierung den Schutz des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen den Heilberufen einerseits und den Patientinnen und Patienten andererseits gewährleisten, wenn die Krankenkassen, wie im Entwurf des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes vorgesehen, die Daten ihrer Versicherten patientenbezogen auswerten und diesen Hinweise zu Gesundheitsrisiken geben dürfen?

6.            Warum ist die Bundesregierung nicht bereit, die einseitige Wirtschaftlichkeitsorientierung in der Arzneimittelversorgung (etwa im Rabattvertragsbereich) zurückzudrehen, um die Liefersituation endlich zu verbessern?