Berliner Impfbeirat veröffentlicht Empfehlungen zum Umgang mit Masern-Infektionen
März 19, 2024Anlässlich der in Berlin aktuell ansteigenden Zahl von Masernerkrankungen hat der Berliner Impfbeirat, in dem auch die Apothekerkammer Berlin vertreten ist, eine Stellungnahme mit Empfehlungen veröffentlicht, um insbesondere medizinische Fachkreise frühzeitig für die Problematik zu sensibilisieren. Hintergrund ist eine weltweit sowie auch in mehreren europäischen Staaten zu beobachtende deutliche Zunahme von Masernfällen, in deren Folge sich ein verstärktes Infektionsgeschehen auch in Berlin schon abzeichnet.
Der Berliner Impfbeirat empfiehlt daher unter anderem folgendes Vorgehen:
- Bekannte Impflücken sollten zügig geschlossen werden. Dazu gehört ein zeitgerechtes Angebot der ersten und zweiten MMR-Impfung bis zum 15. Lebensmonat und das Nachholen von Impfungen bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
- Personal in Gesundheitseinrichtungen sollte eine hohe Aufmerksamkeit für die Symptomatik der Masern entwickeln. Die Infektion tritt nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Jugendlichen und Erwachsenen auf. Bei Verdacht ist rasch eine entsprechende ärztliche Diagnostik erforderlich. Insbesondere sollte bei fieberhaften Erkrankungen im Anschluss an eine Reise auch an die Möglichkeit einer Maserninfektion gedacht werden.
- Postexpositionsprophylaxe: Bei möglichem Kontakt mit einer an Masern erkrankten Person empfiehlt die STIKO so schnell wie möglich – möglichst innerhalb von drei Tagen – allen Exponierten eine Impfung mit MMR-Impfstoff, wenn deren Impfstatus nicht sicher ist oder sie in der Kindheit nur einmal geimpft wurden (Riegelungsimpfung). (Verantwortlich: ÖGD, niedergelassener Bereich). Nach Exposition ist möglich, Kinder ab 9 Monaten zu impfen, im Einzelfall kann eine Impfung im Alter von 6-8 Monaten im Ausbruchsgeschehen erwogen werden.
- Bei anstehenden Reisen sollte bei Kindern und Erwachsenen in jedem Fall der Masern-Impfstatus geprüft und gegebenenfalls ergänzt werden.
Der vollständige Text der Stellungnahme mit detaillierten Informationen kann unter www.berlin.de/sen/gesundheit/gesundheitswesen/infektionsschutz/impfen/ abgerufen werden.
Im Impfbeirat der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (SenWGP) sind Behörden, Institutionen und Verbände vertreten, die im Land Berlin mit dem Impfen befasst sind. Die Apothekerkammer Berlin ist Mitglied im Impfbeirat.
Der Beirat orientiert sich an den nationalen Empfehlungen zum Impfen und priorisiert Handlungsfelder für Berlin. Dazu werden Impfdaten analysiert und Maßnahmen geplant, die der Steigerung der Impfquoten in Berlin dienen.