Zweiter Kriegswinter: Menschen in der Ukraine brauchen Hilfe
November 28, 2023Zwar dominiert derzeit der Krieg in Nahost die Medienberichterstattung, doch auch der Ukraine steht der zweite Kriegswinter bevor. Dringend benötigte Arzneimittel, Hilfsmittel, Lebensmittel und Bedarfsartikel für den Alltag sind vielerorts knapp. Staatliche Hilfen allein können den Bedarf nicht decken. Hilfsorganisationen sind auf Spenden und Unterstützung angewiesen.
Was ist bei Sachspenden (Arzneimittel, Verbandsmaterial etc.) zu beachten?
Die großen Hilfsorganisationen wie Apotheker ohne Grenzen und Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor sehen Arzneimittelspenden aus verschiedenen Gründen kritisch und bitten daher um Geldspenden, um bedarfsgerecht geeignete Arzneimittel kaufen und mit erprobter Logistik verteilen zu können. So verständlich der Wunsch von Spenderinnen und Spendern ist, konkrete Hilfsgüter in die Ukraine zu schicken, so ist dies bei Arzneimitteln und medizinischem Material nicht die beste Lösung. Geldspenden an Hilfsorganisationen sind in jeder Hinsicht (Einkauf, Logistik, bedarfsgerechte Sendung an den richtigen Ort) effektiver und bewirken mehr als individuelle Arzneimittelspenden.
Wer diese Organisationen finanziell unterstützen möchte, kann das hier tun:
- Apotheker ohne Grenzen: https://www.apotheker-ohne-grenzen.de/
- Deutsches Medikamenten-Hilfswerk action medeor: www.medeor.de/Ukraine
In Berlin gibt es nach Auskunft von Kolleginnen und Kollegen aus Apotheken aber auch viele Netzwerke die – teils privat, teils über den Verein Ukraine-Hilfe Berlin e.V. – gezielte Transporte von Sachspenden in die Ukraine oder Grenzgebiete organisieren. Hier gilt es, sich konkret zu informieren, was benötigt wird, wie es verpackt werden soll und wie und wo die Sammlung und der Transport erfolgen.
Der Verein Ukraine-Hilfe Berlin e.V. stellt z. B. eine Bedarfsliste inklusive Abgabestellen bereit, die kontinuierlich aktualisiert wird. Auf der Liste stehen neben haltbaren Lebensmitteln, Hygieneartikeln und funktionaler Kleidung für den Winter auch Arzneimittel wie Schmerzmittel, Antibiotika und Erkältungsmittel. Hier ist zu beachten, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel nur abgegeben werden dürfen, wenn ein Arzt oder eine Ärztin sie verordnet oder bezieht und die Einfuhr in die Ukraine nur unter bestimmten Umständen bei gemeinnützigen Organisationen möglich ist. Kundinnen und Kunden der Apotheke sollten zudem dringend davon abgeraten werden, ihre verordneten Arzneimittel aus „Privatbeständen“ zu spenden, da dies häufig großen Prüf- und Sortieraufwand bedeutet und wenig hilfreich ist. Geldspenden an die o.g. Organisationen sind in diesem Fall deutlich zielführender.
Neue Städtepartnerschaft Berlin-Pankow – Riwne
Das Bezirksamt Pankow hat die Kammer darüber informiert, dass der Bezirk kürzlich eine offizielle Städtepartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Riwne unterschrieben hat. Dorthin flüchten viele Menschen aus den östlichen Teilen des angegriffenen Landes. Insbesondere Kriegsversehrte, alte Menschen ohne Angehörige und kranke Kinder sind auf Hilfe angewiesen. Der Bezirk organisiert große Hilfsgütertransporte zur gezielten Versorgung der Menschen in Riwne.
Wenn Sie dieses Projekt mit Geld- oder Sachspenden unterstützen möchten, wenden Sie sich gerne an Frau Illienko, ihre Kontaktdaten und weitere Informationen finden Sie hier.
Wir danken herzlich für die Unterstützung!